Fit durch Herbst und Winter mit Zink

September 26, 2018

Bei fast allen Blutbildern, die ich in der letzten Zeit für Pferdebesitzer durchführe, stelle ich einen Zinkmangel fest. Die Konzentration der übrigen Mineralstoffe und Spurenelemente im Blut liegt bei artgerechter Haltung meist innerhalb der Referenzbereiche, aber Zink ist immer zu niedrig.

 

Woran liegt das?

 

Der wichtigste Zinklieferant für unsere Pferde ist das Heu. Im Laufe der Jahre ist der Zinkgehalt im Heu aber, Studien zufolge, immer weiter abgesunken. Eine weitere Möglichkeit unsere Vierbeiner mit Zink zu versorgen, ist die Fütterung mit Hafer. Auch diese ist zugunsten einer Pellet- oder Müslifütterung rückläufig.

 

Der tägliche Bedarf an Zink liegt beim Pferd bei ca. 60 mg pro 100kg Körpergewicht, bei sportlich aktiven oder gestressten Pferden bereits deutlich höher und bei tragenden Stuten sogar doppelt so hoch. Bei einem durchschnittlichen Gehalt von 20mg Zink in 1kg Heu (wahrscheinlich eher weniger), würde das für ein 500kg schweres Pferd die Aufnahme von 15kg Heu bedeuten, um den täglichen Zinkmindestbedarf zu decken. Welchem Pferd steht täglich schon Heu in dieser Menge zur Verfügung? Viele Pferdebesitzer füttern aus diesem Grund Mineralfutter zu. In guten Mineralfuttern sind gem. Herstellerangabe meist um die 200mg Zink pro Ration enthalten. Trotzdem geraten viele Pferde in eine Mangellage, möglicherweise auch, weil andere Faktoren die Verstoffwechselung von Zink durch den Körper beeinflussen. So werden zum Beispiel auch Stoffwechselerkrankungen wie die Kryptopyrollurie (KPU) als Verursacher von Zinkmangel diskutiert.

 

Warum ist Zink so wichtig?

 

Zink ist als Co-Faktor vieler Enzyme essentiell für ein stabiles Immunsystem sowie für die Gesundheit von Haut, Hufen und Fell. Zinkmangel kann zu Juckreiz, Haarausfall, schlechter Wundheilung, Infektanfälligkeit, Fruchtbarkeitsstörungen und Leistungseinbußen führen. Auch Krankheiten wie Hufkrebs, Strahlfäule, Mauke, Sommerekzem und Warzen oder Verhaltensauffälligkeiten wie Unruhe und Schreckhaftigkeit können auf eine unausgeglichene Zinkbilanz zurück gehen. Zink beeinflusst darüber hinaus auch die Aufnahme bzw. Konzentrationen anderer Mineralstoffe und Spurenelemente und kann so auch Krankheitsbilder beeinflussen, die durch andere Defizite entstehen. Auch wenn er noch nicht im Blut nachweisbar ist, kann bereits ein stumpfes Fellkleid, ein ewig gescheuerter Schweif, Abmagerung und Appetitlosigkeit auf einen Mangel hinweisen, da der Zinkwert im Blut sehr träge reagiert.

 

Gesund durch Herbst und Winter

 

Um gegen die körperlich anspruchsvollen Zeiten des Fellwechsels, feucht-matschigen Wetters und ungemütlicher Temperaturen besser gefeit zu sein, empfehle ich eine jährliche Blutbild- und Gesundheitskontrolle sowie Substitution von Zink im Falle eines Mangels. Maßgebend für die Aufnahmefähigkeit ist dabei die chemische Zusammensetzung. Zinkchelate haben eine gute Bioverfügbarkeit und sind daher gegenüber Zinksulfaten oder -oxiden zu bevorzugen. Hier gilt leider meist der "Qualitätsvermutungseffekt": Gute Qualität ist nicht billig.

 

Die ausreichende Versorgung mit Zink ist somit ein weiterer Baustein zur Gesunderhaltung unserer Pferde und kann dafür sorgen, dass die nächste Infektionswelle problemlos an uns vorüber zieht.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ganzheitlich gesunde, glückliche  Tiere und eine wunderschöne "dunkle Jahreszeit"!

 

Ihre Kathrin Muschiol  ​​

 

 

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© Kathrin Muschiol / THP-Muschiol Willich / Tel.: (0151) 6510 5266

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